Rausgephischt

Es gibt Dinge, von denen man glaubt, daß sie nur Anderen passieren. Bis sie einem selbst doch passieren.

Am vergangenen Dienstag rief mich morgens die Bank meines geringsten Mißtrauens an: Sie hätten hier eine Überweisung zu Lasten meines Kontos in Höhe von €8.000,—, die sei etwas „komisch“. Ob es denn damit seine Richtigkeit habe. Hatte es natürlich nicht.

Als fuhr ich zur Zweigstelle der Bank und lies mir den fraglichen Überweisungsträger geben. Der hatte einen arabisch klingenden Namen als Empfänger, sollte tatsächlich mein Girokonto belasten und war mit „G. Suchanek“ unterschrieben (was natürlich schon mal nicht sein kann). Also bewaffnet mit dem Überweisungsträger ab zur Polizei, Strafanzeige erstatten.

Der Beamte, der die Anzeige aufnahm, erzählte mir dann nebenbei, daß sowas öfter vorkomme, als man so denke. Hier in der Gegend seien vor allem schwarzafrikanische Banden aktiv, die normalerweise die Unterschriften auf den Überweisungsträgern täuschend echt fälschen würden. Zielkonten für solche Betrugsversuche würden üblicherweise per Post-Ident auf irgendeiner 08/15-Postagentur mit gefälschten Ausweisen bei der Postbank eröffnet, so daß man den Tätern kaum habhaft werden könne.

Nach etwas Nachdenken wurde mir dann auch noch klar, wie es zu dieser merkwürdigen Konstellation des Betrugsversuches gekommen sein mußte: Meine Mutter (deren Vornamen tatsächlich mit „G“ beginnt) hatte mir am Wochenende zuvor Geld überweisen wollen, ein entsprechendes Formular ausgefüllt und in den Briefkasten der Bank eingeworfen. Von dort haben der oder die Täter offensichtlich die Überweisungen herausgefischt und die Kontonummern etc. für ihre eigenen Überweisungsformulare verwendet. Da meine Mutter Kundin bei der gleichen Bank ist, hatte sie keinen normalen Überweisungsträger verwendet, sondern nur ein sehr einfach gehaltenes Zettelchen, das bei der Bank für interne Kontoübertragungen verwendet wird. Offensichtlich waren die Täter zu dämlich, dieses richtig zu interpretieren und haben dadurch die Ziel-Kontonummer (meine) mit der Absender-Unterschrift (meiner Mutter) zusammengewürfelt.

Ich hatte bei der ganzen Sache Glück im Unglück: Meine Bank hatte das Geld natürlich nicht überwiesen, d.h. außer der Zeit auf der Bank und auf der Polizei hatte ich keinerlei Verluste. Dennoch gehört das natürlich zu denjenigen Dingen, die man definitiv nicht haben muß.

Jetzt warte ich einfach mal ab, wie die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft ausgehen.

Ein Kommentar auf “Rausgephischt

  1. Schock schwere Not… da bin ich doch froh, dass meine Bank so gut wie alle Überweisungen von meinem Konto per default unterbindet… allerdings nicht wegen komischen Empfängern sondern schlicht mangels Deckung :-)

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