Niemals Nokia! …Oder doch?

Damals, im Sommer des Jahres 2000, als ich beschloß, mir das erste Mal ein Mobiltelefon zu kaufen, waren die Dinge noch übersichtlich: Den Massenmarkt (sofern man damals schon davon sprechen konnte) für Mobiltelefone für Endverbraucher in Deutschland teilten noch hauptsächlich Siemens und Nokia unter sich auf. Nach einigem Vergleichen von technischen Daten, Preisen etc. entschied ich mich damals für ein Siemens S35i. Nachdem ich mit dem Gerät grundsätzlich zufrieden war, folgten in den Jahren danach im Rahmen von Vertragsverlängerungen noch ein Siemens ME45 und ein Siemens M75, das ich bis zum heutigen Tag benutze. (Letzteres sieht zwar durch seine zahlreichen Gebrauchsspuren, insbesondere der zerfallenen Gummileisten am Gehäuse nicht mehr schön aus, funktioniert aber soweit noch problemlos.)

Nachdem Mitte 2008 Nokia das eigentlich profitable Werk in Bochum schloß, um in Rumänien den eigenen Gewinn zu maximieren und damit ca. 2.300 Arbeitsplätze in Bochum vernichtete, war mir klar, daß ich auch in Zukunft von diesem Hersteller lieber keine Mobiltelefone kaufen möchte.

Das klappte auch über zwei Jahre recht gut, bis – ja bis ich mir kurz nach Weihnachten 2010 ein Auto kaufte. Das Auto hat zwar eine Freisprecheinrichtung für Mobiltelefone fest eingebaut (was ich grundsätzlich sehr praktisch finde, weil man damit beim Telefonieren während der Fahrt nicht die aktuell fälligen €40,– Bußgeld nebst einem Flensburger Punkt riskiert und die Sache zudem sauber in die restliche Fahrzeugelektronik eingebunden ist), jedoch aufgrund des frühen 2004er Baujahres des Autos nicht in Form von wechselbaren Einsätzen (wie das bei späteren Modelljahren der Fall ist).  Stattdessen ist eine Aufnahme für Mobiltelefone fest eingebaut, in die – man ahnt es schon – ausschließlich ganz wenige Nokia-Telefone passen: Hauptsächlich das 6310i und ein paar weitere, mechanisch kompatible Geräte.

Nachdem ich die Freisprecheinrichtung aber doch nutzen wollte, blieb mir also nichts anderes übrig, als in den sauren Apfel zu beißen und mir bei eBay ein gebrauchtes Nokia 6310i zu ersteigern. In diesem Zusammenhang möge man aber bloß nicht dem Trugschluß erliegen, daß ein acht Jahre altes Handy für wenige Euro zu haben sei. Nachdem offensichtlich mehrere Autohersteller ihre frühen Werks-Freisprecheinrichtungen auf just dieses Telefon abgestimmt hatten, werden die 6310er auf eBay auch heute noch für 30–60,– EUR, in gutem Zustand auch mal für deutlich über 100,– EUR gehandelt. :-(

Nokia 6310i in der Freisprecheinrichtung
Nokia 6310i in der Freisprecheinrichtung

Lange Rede, kurzer Sinn: Nun bin also entgegen meiner Überzeugung doch Besitzer eines Nokia-Telefons geworden, das aber immerhin zusammen mit einer Telekom-„MultiSim“ (damit für den normalen Gebrauch immer noch mein Siemens M75 verwenden kann) reibungslos in der Freisprecheinrichtung funktioniert.

Erst ein paar Wochen später habe ich eher durch Zufall erfahren, daß es mit dem ViseeO MBU-1000 eventuell doch eine Möglichkeit gegeben hätte, auch ganz ohne Nokia, dafür elegant mit Bluetooth auszukommen. :|

Ein Kommentar auf “Niemals Nokia! …Oder doch?

  1. Ach, auf der anderen Seite sei doch froh, dass das Baujahr von Auto und Handy so nahe beisammen liegen. Stell Dir mal vor, wie Du dem Benz die Halterung für ein iPhone4 oder einem modernen Blackberry hättest schmackhaft machen wollen… und nicht alles was elegant klingt, funktioniert auch eben so elegant… :-)

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