Daisy

Freitag ging es los: Der Deutsche Wetterdienst warnte vor Tief „Daisy“, das deutschlandweit starken Schneefall, Sturm und Schneeverwehungen bringen sollte. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe stieß ins selbe Horn und forderte zum Anlegen von katastrophentauglichen Vorräten für drei bis vier Tage auf. (Daß der Stern hier von „Hamsterkäufen“ schreibt, spricht bereits für sich – aber dazu später mehr.) Die Medien berichteten von knapp werdendem Streusalz und malten ebenfalls Katastrophenszenarien an die Wand.

Und was kam am Samstag und Sonntag? Tatsächlich Schnee! Das war Anfang Februar kaum abzusehen! Und wie hoch der sich auftürmte: Hier in den Niederungen des bayrischen Untermains atemberaubende 6 cm hoch, im Spessart gar 10 cm!

OK, ich gebe es zu, die besagten 6 cm gehen hier in der Tat bereits als „viel Schnee“ durch, aber das ist dennoch weit, weit weg von dem, was ich als Katastrophenlage bezeichnen würde. Und ich glaube auch nicht, daß Spessartgemeinden unter 10 cm Schnee ächzen. Entsprechend verschaukelt habe ich mich von den Warnungen gefühlt. Ich brauche natürlich keinen Katastrophen­winter, aber ich mag einen Winter mit viel Schnee und so kam mir das, was „Daisy“ tatsächlich brachte, gerade recht.

Aber offensichtlich geht das nicht allen Leuten so, der moderne Hochzivilisationsmensch ist bereits mit ein bißchen Schnee überfordert, vorneweg diverse Autofahrer. Und ebenso überfordert ist besagtes Individuum, wenn es nicht jeden Tag zum Supermarkt rennen kann – siehe oben. Was er/sie/es dort will, ist mir allerdings auch nicht ersichtlich, denn Plastikgeld funktioniert derzeit ja bekanntlich nicht so recht. Und in diesem Zusammenhang spricht es eben Bände, wenn man eine Bevorratung von Lebensmitteln für vier Tage als „Hamsterkäufe“ bezeichnet. Zur Erinnerung: Es ist noch nicht so lange her, daß unsere Eltern und Großeltern im Herbst Vorräte angelegt haben, die notfalls über den halben Winter gereicht hätten.

Sascha zieht da auch völlig zu recht Parallelen zur Schweinegrippe Neuen Grippe: Erst jede Menge Gewese in den Medien und dann stellt sich hinterher doch heraus, daß es viel Lärm um (fast) nichts war. Was mir allerdings in diesem Zusammenhang ernsthaft Sorgen macht: Wenn noch mehr solche „Luft-Warnungen“ kommen, ist irgendwann mal der Punk erreicht, in den auch eine berechtigte Warnung nicht mehr ernst genommen werden und dann hinterher jeder dumm guckt, weil’s doch so schlimm kam wie prognostiziert.

Aber um der Wahrheit die Ehre zu geben: Im Nordosten Deutschlands wütet Daisy aktuell wohl in der Tat vergleichsweise heftig. Warum dafür allerdings Katastrophenwarnungen für ganz Deutschland herausgeben muß, ist mir dann aber doch schleierhaft. Bezeichnenderweise zeigte gestern Abend Unwetterzentrale.de für meinen Wohnort Warnstufe Rot, während es draußen den ganzen Abend windstill war und keine einzige Schneeflocke vom Himmel fiel.

Um zum Schluß noch mal zu etwas positivem zurückzukommen: Natürlich gibt es auch (noch) Mitmenschen, die kein Problem mit ein wenig Schnee haben. Die sind heute zum Beispiel in den Schönbusch gegangen und hatten dort viel Spaß beim Schlittschuhlaufen, Eishockey-Spielen, Eisstockschießen oder einfach beim Spazierengehen. Noch spaßiger wäre es natürlich gewesen, wenn das Wetter nicht so trüb gewesen wäre, aber ich habe dennoch ein paar Bilder mitgebracht:

Schönbusch
Schönbusch
Eisstockschießen
Eisstockschießen
Eisstockschießen
Eisstockschießen
Eisstockschießen
Eisstockschießen
Hund
Hund
Hunde
Hunde
Eishockey
Eishockey

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