Windows 7, erste Eindrücke

Nachdem ja seit einiger Zeit der Streamer in meinem Desktop-PC unter Windows XP nicht mehr funktioniert, habe ich in den letzten Tagen spaßeshalber mal Windows 7 Professional parallel installiert, in der Hoffnung, mittelfristig vielleicht darüber meine Backups auf Bänder machen zu können. Eine ungenutzte Partition war schnell gefunden und so konnte ich die Parallelinstallation problemlos in Angriff nehmen.

Die erste positive Überraschung war, daß sich das Win7-Setup-Programm direkt aus WinXP heraus starten läßt, das „Initialbooten“ vom Installationsmedium für Umsteiger also entfällt. Allerdings beschränkt sich dieser erste Schritt auf das Kopieren und Entpacken größerer Dateimengen auf die Zielpartition, für die komplette weitere Installation wird dann doch ein Neustart (und in der Folge des Installationsprozesses noch ein weiterer) fällig. Aber immerhin ist zu diesem Zeitpunkt bereits der Bootmanager auf der Festplatte eingerichtet, der eine Wahl zwischen – in meinem Fall – der alten XP- und der neuen 7er-Installation erlaubt.

Danach setzen dann aber auch relativ zügig die ersten microsoft-/windows-typischen Enttäuschungen und Ernüchterungen ein. Den oft gehörten Jubel „Windows 7 bringt ja sooo viele Treiber mit!!!“ kann ich schon mal nicht bestätigen: Daß ein Betriebssystem, das hauptsächlich für Desktops gedacht ist, im Jahr 2009 keine Treiber mehr für meine beiden SCSI-Controller (Tekram DC-395U und Adaptec 29160) mitbringt, darüber kann ich gerade noch hinweg sehen. Schließlich findet SCSI realistisch betrachtet heutzutage nur noch im Serverbereich statt. Daß aber auch weder für den Realtek-Onboard-Soundchip noch für den Onboard-RAID-Controller (Promise 378 – an dem hängt meine Festplatte mit der wichtigen Datenpartition!) eigene Treiber im Repertoire hat, finde ich dann doch sehr befremdlich. So gesehen muß man dann schon fast wieder froh sein, daß es mit dem Marvell-Netzwerk-Chip auf Anhieb und mit Bordmitteln geklappt hat, schließlich lädt Windows 7 gleich bei der Installation Updates nach und will sich übers Internet aktivieren. :|

Nahtlos weiter geht’s dann mit der Optik: Windows 7 ist bunt. Sehr bunt. Entgegen erster Gerüchte bringt Windows 7 zwar immer noch die Option zu einer Windows-2000-Optik mit, so richtig toll sieht die aber unter Win7 auch nicht mehr aus. Dazu trägt unter anderem die – höflich formuliert – gewöhnungsbedürftige neue Taskleiste bei. Nicht nur, daß sie gigantisch groß ist und damit gerade bei 16:9-Monitoren wertvollen vertikalen Bildschirmplatz kostet, nein, sie hat auch gegenüber WinXP ihr Verhalten drastisch geändert. Schnellstartleiste und Taskleiste sind zu einem undefinierbaren Konglomerat verschmolzen. Startet man eine Software aus der Schnellstartleiste, führt das nicht zu einem neuen „Eintrag“ in der Taskleiste; stattdessen kann nun das aktive Fenster ebenfalls über das Schnellstartleistenicon (was für ein Wort…) aufgerufen werden. Standardmäßig werden nun auch alle Fenster einer Anwendung zu einem einzigen Icon (ohne Namen dahinter!) in der Taskleiste gruppiert. Das kann man zwar in engen Grenzen umkonfigurieren, aber wirklich schöner wird’s dadurch auch nicht.

Und um noch einmal auf die Größe von Darstellungselementen zurückzukommen: Zumindest standardmäßig (ich habe noch nicht getestet, ob man es umkonfigurieren kann), sind nun auch Desktop-Icons gigantisch groß. Das mag auf den ersten Blick hübsch bunt aussehen, führt aber zu einer riesigen Platzverschwendung. Wenn ich mir einen neuen, größeren Monitor kaufe, dann tue ich das, weil ich mehr Platz auf dem Bildschirm haben will. Warum erdreistet sich dann Microsoft, mir diesen Platz postwendend wieder mit unnötig großen Bildschirmelementen wegzunehmen!? :evil:

Man merkt’s, begeistert bin ich von Win7 nicht wirklich. Allerdings wird es – sofern ich nicht zu Linux oder MacOS wechseln will – aus mehreren Gründen mittel- bis langfristig keine Alternative zum Wechsel auf Win7 geben. :| Bis dahin ist aber noch jede Menge Zeit, herauszufinden, wie man sich Win7 nicht doch noch möglichst angenehm zurechtkonfiguriert bzw. mich selbst an Win7 zu gewöhnen. ;)

Ach ja, um auf die eingangs erwähnte Motivation zum Testen zurückzukommen: Die bewährte windowseigene Backupsoftware NTBackup läuft unter Win7 nicht mehr und die Nachfolgesoftware kann nicht mehr auf Bänder schreiben. Also alles in allem „Satz mit X“.

0 Kommentare auf “Windows 7, erste Eindrücke

1 Pings/Trackbacks für "Windows 7, erste Eindrücke"

Schreibe einen Kommentar

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.