Geisterfahrer

Kaum beteuert man, man wolle unserem liebgewonnenen politischen Kasperletheater nicht zu viel Raum einräumen, da drängt sich schon der nächste quasi unausweichlich ins Rampenlicht.

Das mit großen Buchstaben bunt bedruckte Papier meldet (Und bevor jemand glaubt, ich sei Bild-Leser: das war die erste schriftliche Quelle, die Google ausgespuckt hat. Gehört hatte ich es zuerst im Radio. :-) ), Politiker von CDU und Grünen plädieren für eine Abschaffung der Kfz-Kennzeichen mit Ortskennung, weil dadurch Autofahrer diskriminiert würden. Ich sage dazu: „Und womit? Mit Recht!“ Ist ja nicht meine Schuld, daß ich von mindestens drei Landkreisen eingekesselt bin, die sich durch das Hervorbringen schlechter Autofahrer einen Namen machen.

Die Fallanalyse ist jedenfalls glasklar, wie eigentlich in jedem Sommerloch: Wenn man, wie viele unsere Politiker, keine realistischen Chancen hat durch eigene, produktive Leistungen an die Warhol’schen 15 Minuten Rampenlicht zu kommen, dann versucht man’s halt mit dem Daherbrabbeln halbgarer Ideen und der Hilfe des besagten Boulevardblattes, das zuverlässig aus jeder Mücke ein bis zwei Elefanten macht. Und wie man sieht, funktioniert es. Auch und gerade als Geisterfahrer auf der Autobahn des gesunden Menschenverstandes.

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