Verbindungsunwilliger Fibre Channel

Wieder einmal habe ich mit einem EDV-Fehler gekämpft, bei dem man hinterher, nach dem Finden der Lösung, über die Ursache nur den Kopf schütteln kann. Wie ich erst kürzlich wieder erwähnte, betreibe ich an meinem Heimserver eine Tapelibrary für Backups. Diese Tapelibrary ist per Fibre Channel angebunden, wobei im Server aktuell ein Controller von Emulex steckt. Eines der beiden LTO-Laufwerke in der Library ist direkt mit dem Controller verbunden. Der zweite Port des Controllers ist dagegen mit einem Zusatzmodul in der Library verbunden, das FC auf SCSI umsetzt (eine umgelabelte Atto Fibrebridge 2390C), an dem wiederum das zweite LTO-Laufwerk sowie der Library-Controller hängt. Das alles funktioniert so jetzt schon seit mehreren Jahren absolut unauffällig.

Nun begab es sich aber, dass ich den Emulex-FC-Controller zumindest testweise gegen einen anderen Controller austauschen wollte. (Warum, ist eine ziemlich lange Geschichte für sich…) Zum Glück habe ich das zunächst von einem separaten Test-System aus versucht. Denn die Controller wollten um nichts in der Welt eine Verbindung mit der Atto Fibrebridge aufbauen. Zwischenzeitlich hatte ich schon mehrere FC-Controller durchgetestet (QLogic mit maximal 4 GBit/s und solche mit maximal 8 GBit/s) und an den Controllern mit allen möglichen und unmöglichen Einstellungen sowie mit allen verfügbaren Ports der alternativen FC-Controllern. Immer mit dem gleichen Ergebnis: Der Verbindungsaufbau zum FC-LTO-Laufwerk klappte problemlos, der zur Fibrebridge nicht. Nachdem ich langsam der Verzweiflung nahe war, schaute ich eher zufällig in die Web-Admin-Oberfläche der Fibrebridge und fand dort die Geschwindigkeitseinstellung für den FC-Port auf „auto“ stehend – wie in den FC-Controllern. Die Geschwindigkeit fest eingestellt (in diesem Fall 4 GBit/s) und – schwupps – funktionierte alles, wie es soll.

Merke: wenn beide FC-Teilnehmer auf „auto“-Geschwindigkeit stehen, kann der Verbindungsversuch scheitern. „Kann“, weil das LTO-Laufwerk meines Wissens nach ebenfalls auf „auto“ steht, hier der Verbindungsaufbau aber nie ein Problem war. Das ist die Sorte Fehler, die man wirklich nicht haben muss.


Update 2021-04-10: Wie ich inzwischen im Rahmen von einigen weiteren Experimenten herausgefunden habe, lag es wohl doch nicht (nur) an der „auto“-Geschwindigkeit beider Geräte. Wenn man die bereits laufende Fibrebridge mit einem anderen Controller verbindet, leuchtet zwar die „Link“-Status-LED an der Fibrebridge auf, es kommt aber trotzdem keine Verbindung zustande. Erst, wenn man die Fibrebridge einmal neu start – entweder per Neustart der Tapelibrary oder per Menüpunkt im Webinterface der Fibrebridge – kommt ein Link zustande. Wirklich angenehmer ist aber auch das nicht…

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