Entwaffnende Ehrlichkeit

Als Berufs-Bahn-Pendler ist man einiges an Leid gewohnt, heute hat es die Bahn aber doch geschafft, mich zu verblüffen – verkündete doch die Zugbegleiterin in der RB 15706, der Zug habe „wegen hohem Passagieraufkommen zur Zeit sechs Minuten Verspätung”.

Das eigentlich tragikkomische an der Sache war aber, daß die oben genannte Regionalbahn als „Pendlerbomber” normalerweise jeden Tag brechend voll ist, just heute morgen im Vergleich zum Normalzustand aber deutlich leerer war.

Generell hat es die Bahn in den vergangenen Wochen nicht geschafft, diese Zugverbindung pünktlich verkehren zu lassen. Ich habe auch einen starken Verdacht, was den Grund dafür betrifft: Man hat die alten Zuggarnituren mit jeweils vier alten, einstöckigen Waggons gegen Garnituren mit jeweils drei neuen – und nebenbei bemerkt unbequemen, engen Sitzen ausgestatteten – Doppelstockwaggons ausgetauscht. Also Platz für mehr PassagiereBeförderungsfälle bei gleichzeitig weniger Türen (vorher wie nachher jeweils zwei pro Waggon und Seite) zum Ein- und Aussteigen. Diese Kombination ist natürlich reichlich ungeschickt, wenn man weiß, daß zum Beispiel in Dieburg und Darmstadt Kranichstein jeden Morgen sehr viele Leute aussteigen, die sich durch die weniger gewordenen Türen zwängen müssen.

Es bleibt also festzuhalten, daß die Bahn Fahrpläne aufstellt, die sie selbst eigentlich nur ohne Fahrgäste einhalten kann. Nur, warum sollte man dann überhaupt Personenzüge fahren lassen?

Schöne neue Bahnwelt…

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