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	<title>Hirnfasching.de &#187; Urheberrecht</title>
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		<title>Langer Prozeß</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Nov 2009 19:00:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gericht]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>

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		<description><![CDATA[Die folgende Geschichte, die mir über die letzten Monate verteilt passiert ist, paßt definitiv gut unter die Überschrift „Hirnfasching“. Damit das auch für Außenstehende gut &#8216;rüberkommt, muß ich sie auch in entsprechend epischer Breite erzählen. Doch der Reihe nach: Ende März diesen Jahres fand ich beim Stöbern auf eBay eine Auktion, die der Verkäufer mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die folgende Geschichte, die mir über die letzten Monate verteilt passiert ist, paßt definitiv gut unter die Überschrift „Hirnfasching“. Damit das auch für Außenstehende gut &#8216;rüberkommt, muß ich sie auch in entsprechend epischer Breite erzählen. <img src='http://hirnfasching.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Doch der Reihe nach: Ende März diesen Jahres fand ich beim Stöbern auf eBay eine Auktion, die der Verkäufer mit Fotos aufgehübscht hatte, die er auf meiner <a title="Meine Modelle-Homepage" href="http://baumaschinen-modelle.net/de/sammlung/">Modelle-Homepage</a> geklaut hatte. Nach einer Meldung an das <a title="Infoseite von eBay über VeRI" href="http://pages.ebay.de/help/tp/programs-vero-ov.html">eBay-<acronym title="Verfizierte Rechte-Inhaber">VeRI</acronym>-Programm</a> bekam ich die Adresse des Verkäufers (nebenbei bemerkt, eine der wenigen Dinge, die eBay funktionieren…) und konnte ihm daher eine Rechnung über die Nutzung der Bilder schreiben. Bei der Honorarhöhe orientierte ich mich an den Empfehlungen der <a title="Homepage der Mittelstandsgemeinschaft Fotomarketing" href="http://www.mittelstandsgemeinschaft-foto-marketing.de/"><abbr title="Mittelstandsgemeinschaft Fotomarketing">MFM</abbr></a> – und da der Verkäufer sich nicht mit einem einzelnen Bild begnügt, sondern gleich derer fünf kopiert hatte, kam für Hobby-Verhältnisse ein erkleckliches Sümmchen zustande. <span id="more-218"></span></p>
<p>Nachdem der Verkäufer die Rechnung nicht zahlte, schrieb ich nacheinander zwei Mahnungen und nachdem ich auch darauf keine Reaktion erhielt, beantragte ich Mitte Mai einen <a title="Wikipedia-Artikel über Mahnverfahren" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mahnverfahren">gerichtlichen Mahnbescheid</a>. Hierauf bekam ich dann zum ersten Mal ein Lebenszeichen vom Verkäufer in Form eines nicht näher begründeten Widerspruchs gegen den Mahnscheid, wodurch das Verfahren dann streitig wurde, sprich die Sache tatsächlich vor Gericht ging.</p>
<p>Kraus wurde die Angelegenheit dann, als der nun Beklagte dem Gericht seine Klageerwiderung auf meine Klagebegründung zuschickte: Dort legte er einen Brief vor, den er mir unmittelbar als Antwort auf meine Rechnung geschrieben haben wollte, der mich jedoch nie erreicht hatte. Darin gab er außerdem an, daß er die Fotos nicht auf meiner Seite, sondern auf einer anderen Homepage (mit .de-Domain) gefunden haben wollte. Dummerweise wußten aber weder das <a title="Wikipedia-Artikel über das DENIC" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Denic">DENIC</a> noch Google noch <a title="Die &quot;Wayback-Machine&quot;" href="http://www.archive.org/web/web.php">Archive.org</a> irgendetwas von dieser Domain bzw. einer darauf gehosteten Homepage. (Übrigens auch nicht mit richtiger Schreibweise, denn die vom Beklagten angegebene Adresse enthielt einen (englischen) Rechtschreibfehler. <img src='http://hirnfasching.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' />  )</p>
<p>Nachdem der zuständige Richter nun vermutlich neugierig geworden war, setzte er – zur Verwunderung meines Anwalts – einen Verhandlungstermin Ende Oktober an (wie man sieht, war durch diverse Verzögerungen inzwischen viel Zeit ins Land gegangen). Wohlgemerkt in Nürtingen, ca. 250 km von mir entfernt. Für diesen Tag hatte ich bereits Urlaub beantragt, als mich Freitagnachmittag (der Termin war am Montag) mein Anwalt anrief und mir mitteilte, daß der Beklagte nicht verhandlungsfähig sei und deswegen der Termin verschoben werden würde.</p>
<p>Der neue Termin war dann für heute angesetzt (was abermals Organisierung eines Urlaubstages bedeutete) und – man ahnt es schon – auch heute lief es nicht wie geplant. Ich war bereits auf dem Weg nach Nürtingen, auf der A3 ungefähr bei Rohrbrunn, als mich erneut mein Anwalt anrief: Der Cousin des Beklagten, seines Zeichens zufällig ebenfalls Anwalt, habe sich gerade bei ihm gemeldet und hätte Interesse an einem Vergleich. Nach einem weiteren Telefonat zwischen den beiden Anwälten sah der gegnerische Anwalt dann aber wohl doch ein, daß mein Anspruch ausreichend gut begründet war, er also sehr wahrscheinlich einen Prozeß verlieren würde und überredete seinen Mandanten dazu, meine Forderung in vollem Umfang anzuerkennen sowie die Gerichtskosten zu übernehmen.</p>
<p>Damit konnte ich dann zwar unverrichteter Dinge wieder umkehren und für den Rest des Tages noch einige dringende Arbeiten im Büro erledigen, jedoch frage ich mich rückblickend schon, warum der Gegenseite die Idee zum Einlenken erst so spät kam…</p>
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		<title>Pirat werden?</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Jun 2009 20:05:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Internetzensur]]></category>
		<category><![CDATA[Piratenpartei]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>

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		<description><![CDATA[Bei der Europawahl vor gut einer Woche wurde insbesondere in der Blogosphäre und von „Netzaktivisten“ die kleine Piratenpartei stark beworben, weil es meines Wissens nach die einzige zur Wahl stehende Partei war, die sich explizit gegen die anstehende Internetzensur aussprach. Das hat ihr auch den einen oder anderen Achtungserfolg eingetragen, beispielsweise im Wahlkreis Kleiner Grasbrook [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bei der Europawahl vor gut einer Woche wurde insbesondere in der Blogosphäre und von „Netzaktivisten“ die kleine <a title="Homepage der Piratenpartei" href="http://piratenpartei.de">Piratenpartei</a> stark beworben, weil es meines Wissens nach die einzige zur Wahl stehende Partei war, die sich explizit gegen die anstehende <a title="Alle meine bisherigen Blogeinträge zum Thema &quot;Internetzensur&quot;" href="http://hirnfasching.de/tag/internetzensur/">Internetzensur</a> aussprach. Das hat ihr auch den einen oder anderen Achtungserfolg eingetragen, beispielsweise im Wahlkreis <a title="Amtliches Ergebnis der Europawahl in Hamburg" href="http://www.wahlen-hamburg.statistik-nord.de/ergebnis.php5?wahl=84&amp;gebiet=&amp;idx=2267&amp;typ=9&amp;stimme=2">Kleiner Grasbrook</a> in Hamburg mit 8,6% Stimmanteil mehr Stimmen als die CDU mit 7,1%. Derzeit sammelt die Partei <a title="Unterschriften-Sammel-Homepage der Piratenpartei" href="http://ich.waehlepiraten.de/">Unterschriften</a>, um ihre Zulassung zur kommenden Bundestagswahl zu erreichen.<span id="more-166"></span></p>
<p>Ich gebe zu, im Hinblick auf die Zensurproblematik bei der Europawahl die Piraten gewählt zu haben. Als ich mir allerdings heute ihr Parteiprogramm nochmal näher angesehen habe, hat meine ursprüngliche Begeisterung für diese Partei einen herben Dämpfer davongetragen. Anlaß ist der Punkt <a title="Ausschnitt aus dem Parteiprogramm der Piratenpartei" href="http://piratenpartei.de/navigation/politik/urheberrecht-und-nicht-kommerzielle-vervielfaeltigung">Urheberrecht und nicht-kommerzielle Vervielfachung</a> in eben jenem Programm. Das liest sicht zunächst wie ein Angriff auf die Musik- und Filmindustrie und läßt ordentlich Robin-Hood-Feeling aufkommen. Liest man den Text jedoch mit den Augen eines Werkeschaffenden – auch und gerade eines „kleinen“ Urhebers, beispielsweise wie in meinem Fall denen eines (Hobby)-Fotografen – bekommt die Sache zumindest einen schalen Beigeschmack. Auch wenn ich mit meinen Fotos – im Gegensatz beispielsweise zu <a title="Christians Blog" href="http://www.saweso.com/">Christian</a> – kein Geld verdiene, geschweige denn davon irgendwie leben könnte, ist mir nicht wirklich wohl bei dem Gedanken an das von der Piratenpartei gewünschte Szenario.</p>
<p>Meine Situation stellt sich derzeit wie folgt dar: Ich <a title="Alle meine bisherigen Blogeinträge zum Thema &quot;Fotografie&quot;" href="http://hirnfasching.de/category/fotografie/">fotografiere gerne</a> und einiges, was dabei an Fotos entsteht und das ich persönlich für gelungen halte und woran ich Freude habe, zeige ich auf diversen Homepages und in Foren der Öffentlichkeit, auf daß möglicherweise auch andere Menschen daran Freude haben. Die genannten Internetplattformen, die ich dafür nutze sind sämtlich vollkommen frei zugänglich, Besucher werden nicht einmal mit Werbung belästig (worauf ich im Übrigen stolz bin) und bemühe mich, soweit mir das möglich ist, um eine ansprechende, stilvolle und seriöse Präsentation dieser Bilder.</p>
<p>Die Piratenpartei spricht zwar – meiner Meinung nach übrigens längst nicht deutlich genug – nur von einer „Freigabe“ nicht-kommerzieller Kopien, d.h., nach meinem Verständnis des Parteiprogramms wäre es auch nach Umsetzung dieses Konzeptes verboten, ein Bild von mir ohne mein Einverständnis beispielsweise in einem (nur) käuflich zu erwerbenden Buch abzudrucken. Was aber das Konzept der Piratenpartei mit sich brächte, wäre beispielsweise ein Szenario, in der jemand anderes mein Foto ohne mich zu fragen auf seiner eigenen Homepage einbauen darf. Auch wenn mir beispielsweise die Präsentation auf der fremden Seite aus welchen Gründen auch immer nicht gefällt. Warum das so sein soll, erschließt sich mir nicht – dem Konsum meiner Bilder an den von mir bevorzugten Orten steht ja wie gesagt nichts im Wege.</p>
<p>Die Schlußfolgerung daraus ist einmal mehr eine Güterabwägung: Was ist mir wichtiger? Meine (digitale) Freiheit oder der gesetzliche Schutz meiner Werke? Oder ein „Kompromiß“ dergestalt, daß ich mich zwar hinter die Piratenpartei stelle, aber im Gegenzug zukünftig keine eigenen Werke mehr veröffentliche? Letzteres wäre für mich persönlich zwar verschmerzbar, für Leute, die damit Geld verdienen wollen oder müssen – siehe Christian – das Aus.</p>
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